Mediation Wolfgang Paul Lange
+++   Muss ein Konflikt mit einem anderen Unternehmen vor Gericht enden?   +++                                                                    +++   Was motiviert Mitarbeiter?   +++                                                      +++   Wenn wir uns trennen, können wir Freunde bleiben?   +++                         

Ablauf des Mediationsverfahrens

Der Ablauf des Mediationsverfahrens ist grundsätzlich nicht festgeschrieben, er orientiert sich an den individuellen Bedürfnissen der Beteiligten, jedoch haben sich im Laufe der Zeit nachstehende Strukturen herausgebildet:

1. Phase - Einführung Arbeitsbündnis

Ich erkläre den Beteiligten das Mediationsverfahren, d.h. den Ablauf und die Inhalte. Sodann schließen wir einen Mediationsvertrag, in dem die Grundlagen des anstehenden Mediationsverfahrens vereinbart werden. Dieser umfasst den zeitlichen Rahmen der Sitzung, Vertraulichkeit des Verfahrens, Rolle des Mediators sowie die Kosten. Danach werden Fragen zu dem Verfahren beantwortet und sodann der gemeinsame Mediationsvertrag geschlossen.

2. Phase - Informations-Themensammlung

In dieser Phase sind häufig noch die Anwälte zugegen, um ihre rechtliche Sicht des Konfliktes dem Mediator darzulegen. Sodann tragen die Parteien nunmehr den Inhalt des Konfliktes aus ihrer Sicht vor. Während die eine Partei vorträgt, hört die andere zu. Es kommt zu dieser Stelle noch zu keiner Diskussion der Parteien, der Mediator ist vielmehr bestrebt, durch die Anwendungen von Fragetechniken alle Faktoren des Konflikts aufzudecken und den Parteien nahezubringen.

3. Phase - Konfliktbearbeitung und Interessenfindung

In der 3. Phase werden die Interessen herausgearbeitet, die hinter den Positionen stehen, und an einem Flipchart sichtbar gemacht. Mit den Parteien werden die wechselseitigen Interessen erarbeitet, die befriedigt werden müssen, damit es zu einer zukünftigen Beilegung des Konfliktes kommt. In dieser Phase bin ich bemüht, den Parteien deutlich zu machen, dass auch die Sichtweise des Gegenübers eine Rolle spielt und nur so ein gegenseitiges Verständnis möglich ist, welches notwendig ist, um eine interessengerechte Lösung für beide zu finden.

4. Phase - Lösungsoptionen sammeln und bewerten

In Bezug auf die zusammengetragenen Interessen der Parteien wird nunmehr mit Hilfe verschiedener Kreativitätstechniken eine Lösungsmöglichkeit für den Konflikt gefunden. Die Lösungsvorschläge der Parteien werden gesammelt, gewertet und es wird gemeinsam entschieden, ob und welche Lösung für ihren Konflikt in Frage kommt.

5. Phase - Übereinkunft und Mediationsvereinbarung

In der letzten Phase der Mediation wird die von den Parteien gefundene Lösung konkret formuliert und schriftlich in einer Mediationsvereinbarung festgehalten, die für alle Beteiligten verbindlich ist. In dieser Phase können die Rechtsanwälte der Parteien, um dem Abschluss des Verfahrens die erforderliche Rechtssicherheit zu geben, nochmals beigezogen werden. Darüber hinaus kann die Vereinbarung durch einen Anwaltsvergleich, eine notarielle Beurkundung geschlossen werden. Im Focus des Mediationsverfahrens stehen die Interessen der Parteien. Gemeinsam wird von den Parteien erarbeitet, welche Interessen und Bedürfnisse wirklich wichtig sind, damit der Konflikt der Parteien beigelegt werden kann. Ziel ist auch eine zukünftige Zusammenarbeit über den Streit hinaus. Dazu werden die Medianten auch an die Sichtweise ihres Gegenübers herangeführt und das Augenmerk auf Hintergründe und häufig vorliegende, versteckte Gemeinsamkeiten gelenkt.

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Haben Sie es gewußt?

Während sich ein gerichtliches Verfahren über Monate hinziehen kann, dauert ein Mediationsverfahren, je nach Art des Verfahrens, nur wenige Tage.